• KAMMERMUSIKTAGE METTLACH

     

    Traditionsfestival für Klassikfeinschmecker

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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KONZERT 10 - SONNTAG, 27. AUGUST 2017 - 11.00 Uhr

SOLENNE PAÏDASSI - VIOLINE

” With a clear and tense (yet docile) melodic line, mocking smiles and a ferocious humour, vitality, liveliness and a mercilessly maintained rhythm, Païdassi cuts her path (with a laser) – (…) but what an authority! Impressive. “ DIAPASON – Nicolas Derny – February 2015

 

French violinist Solenne Païdassi is the First Prize winner of the 2010 Long-Thibaud Competition. She has been awarded many prizes in France and abroad, including in the 2009 Hannover Competition, the Sion-Valais Competition, and the Gyeongnam Competition in Korea. She plays a Gian Battista Guadagnini violin of 1784, awarded by the Zilber-Vatelot Foundation in Paris. Solenne Païdassi has a very active concert career, giving recitals and concerts all over the world. She has performed in Tonhalle Zürich, Carnegie Hall New York, Concertgebouw Amsterdam, as well as participated in numerous festivals such as the International Festival of Colmar, the Festival of Radio-France in Montpellier, “La Folle Journée”, the Festival International de Sion Valais, Menton International Music Festival… As a soloist she> has performed with the Orchestre de Radio-France, the Sinfonia Varsovia Orchestra, the Orchestre National de Lille, the Shangaï Grand Theatre Orchestra, the Verdi Orchestra… under the direction of such conductors as Lawrence Foster, Shlomo Mintz, Vladimir Spivakov, Darell Ang. After graduating from Geneva Conservatoire de Musique, the Royal Academy of London, and the Curtis Institute of Music in Philadelphia, she obtained a Künstlerische Ausbildung Diploma from the Hannover Hochschule für Musik und Theater. Her first CD “Art of the Violin”, recorded with the pianist Laurent Wagschal and released in 2013 for the label Indesens was awarded 4 stars by the magazine CLASSICA. Her new album “Szymanowski-Stravinsky “ released in November 2014 for the label Aparté with the pianist Frédéric Vaysse-Knitter, has received tremendous critical acclaim, including a CHOC from the magazine CLASSICA and 5 stars in DIAPASON.

CLAIRE HUANGCI - KLAVIER

 

“So spürt man bei Claire Huangci bei aller Brillanz immer auch den großen Ernst beim Musikmachen.”

(Radio Bremen)

Die junge amerikanische Pianistin mit chinesischer Abstammung konnte sich inzwischen als viel beachtete Künstlerin musikalisch etablieren und die Rolle des gefeierten Wunderkindes, das zehnjährig ein Privatkonzert für Präsident Bill Clinton gab, hinter sich lassen. Claire Huangci zieht ihr Publikum in den Bann, denn ihr Spiel zeichnet sich durch glitzernde Virtuosität, gestalterische Souveränität, hellwache Interaktion sowie feinsinnige Klangdramaturgie aus. Kurzum: sie vereint technische Brillanz mit musikalischer Ausdrucksstärke. Es ist ihr ein Anliegen “Musik zu machen, an die man sich erinnert, nicht weil ich so schnelle Finger hatte, sondern weil sie so schön war – so schön, dass sie zu Tränen rührte.”
Mit neun Jahren startete Claire Huangci eine internationale Karriere mit Stipendien, Konzertauftritten und Preisen – zuletzt erhielt sie als jüngste Teilnehmerin den 2. Preis beim Internationalen ARD Musikwettbewerb (2011). Für sie selbst kristallisierte sich jedoch erst im späten Teenageralter heraus, dass sie sich mehr und mehr zu dem Instrument berufen fühlte. Dabei waren es viele kleine Momente, die ihre Liebe zum Klavierspielen vertieften. Wichtige Impulse erhielt sie dabei von ihren Lehrern Eleanor Sokoloff und Gary Graffman am Curtis Institute of Music in Philadelphia, bevor sie 2007 zu Arie Vardi an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover wechselte.
Ein besonderer Wegbereiter für Claire Huangci war Frédéric Chopin, mit dem sie zunächst ambivalente Gefühle verband. Seinen halsbrecherischen Etüden stand sie anfangs skeptisch gegenüber, verliebte sich aber in seine Balladen und Sonaten. Genau dieser Musik verdankt Claire Huangci auch ihren künstlerischen Durchbruch: Sie erhielt den 1. Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Darmstadt 2009 und beim Chopin-Wettbewerb in Miami 2010. So galt Claire Huangci 19-jährig bereits als ausdrucksstarke Chopin-Interpretin ihrer Generation.
Von der gefeierten Chopin-Interpretin hat sich Claire Huangci in den letzten Jahren zu einer vielseitigen und gefragten Musikerin entwickelt. Ihre große Wandlungsfähigkeit und ihr ungewöhnlich breites Repertoire, welches auch immer wieder zeitgenössische Werke umfasst, beweist sie bei der Arbeit mit internationalen Orchestern wie dem Mozarteumorchester Salzburg, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (unter Roger Norrington), Münchner Kammerorchester, dem China Philharmonic Orchestra sowie der Vancouver, Santa Fe, Moscow Radio und Istanbul State Symphony. Claire Huangci hat bereits in international bedeutenden Konzertsälen wie der Carnegie Hall New York, Tonhalle Zürich, dem Konzerthaus Berlin, Gasteig München, Gewandhaus Leipzig, Salle Cortot, der Oji Hall Tokyo und Symphony Hall Osaka gastiert und konzertierte bei Festivals wie dem Kissinger Sommer, Verbier Festival, Menuhin Festival Gstaad, Mozartfest Würzburg, Schleswig-Holstein Musik Festival, Rheingau Musik Festival, MDR Musiksommer und den Schwetzinger Festspielen.
Ihre Debüt-CD, die 2013 mit Einspielungen von Solowerken von Tschaikowsky und Prokofjew bei Berlin Classics erschien, wurde hochgelobt. Derweil veröffentlichte Berlin Classics nun auch das zweite Soloalbum mit Sonaten von Scarlatti. Dabei entschloss sich die Künstlerin für eine ganz eigene Interpretations- und Herangehensweise: Aus den 555 Sonaten wählte sie 39 aus und präsentiert diese in barocken Suiten und klassischen Sonaten. So gelingt es ihr auch die Brücke aufzuzeigen, welche Scarlatti zwischen Barock und Klassik schlug. Ausgezeichnet wurde die Aufnahme mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

PROGRAMM MIT VIDEOBEISPIELEN

Die Sonate in G-Dur für Violine und Klavier ist Ravels letztes kammermusikalisches Werk. Die Entstehungszeit erstreckt sich von 1923 bis 1927. In seiner „Autobiographischen Skizze“ betonte er, dass die Violine und das Klavier eigentlich miteinander unvereinbar seien und diese Sonate den Nachweis dafür erbringe. Bekannt ist die Sonate ihres zweiten Satzes wegen: In ihm stilisiert Ravel einen Blues, betonte aber, dass dieser Satz „trotzdem französisch ist. „Diese volkstümlichen Formen sind in Wirklichkeit nur Baumaterialien, und das Kunstwerk erweist sich nur über die reife Konzeption, in der keine Einzelheit dem Zufall überlassen ist. Darüber hinaus ist penible Stilisierung in der Verarbeitung dieses Materials von wesentlicher Bedeutung. Um noch besser zu verstehen, was ich mit jenem Vorgang meine, würde es ausreichen, diesen selben Blues von  anderen europäischen Komponisten außerhalb Frankreichs bearbeiten zu lassen.“

Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte drei Violinsonaten, von denen die in F-Dur stehende lange als verschollen galt. Yehudi Menuhin entdeckte das Autograph im Archiv der Berliner Staatsbibliothek und richtete eine Neuausgabe ein, zu der er ein Vorwort verfasste: „Im Gegensatz zu dem 1822 komponierten und von mir im Jahr 1952 zum ersten Mal veröffentlichten d-Moll-Violinkonzert, einem Beispiel von Mendelssohns erstaunlicher Frühreife, ist die F-Dur-Violinsonate (vollendet am 15. Juli 1838 in Berlin) ein Werk aus seiner Reifezeit mit allen nicht zu verkennenden Merkmalen ihrer Entstehungszeit und Mendelssohns persönlichen Stiles. Die aus drei Sätzen bestehende Sonate (Allegro vivace, Adagio, Assai vivace), geschrieben im ritterlichen, romantischen Ton der Zeit, die einen Schumann hervorbrachte, zeigt zugleich die in Mendelssohn als Erbteil Mozarts fortlebende Eleganz und leichte Hand, zusammen mit seiner aus der strengen Schule Bachs stammenden formalen Sicherheit.“

César Franck erhielt zunächst privaten Unterricht bei Antonin Reicha, der mit Beethoven befreundet gewesen war und zu seinen Schülern Franz Liszt und Hector Berlioz zählen durfte. Mit Liszt, dem Franck 1844 persönlich begegnet war, trat er in seinem Schaffen das Erbe jener Kompositionsidee Reichas an, aus einem Keimmotiv durch dessen permanente Transformation ein satzübergreifendes Beziehungsnetz zu knüpfen, um die innere Verbindung der Sätze auszuarbeiten. So kehrt das Anfangsmotiv der Violinsonate in stets abgewandelter Gestalt im Kopfthema eines jeden Satzes wieder. Thomas Mann schrieb am 15. September 1946 an Bruno Walter: „Zum Musiker geboren, hätte ich komponiert ungefähr wie César Franck“. Was der Romancier an ihm schätzte, war zweifellos die epische Anlage dieser Kompositionen mit ihrem „Beziehungszauber“, den er nicht allein an Richard Wagner, sondern eben auch an César Franck bewunderte.